Neue Studie von gdi-consulting: Frauen-Karrieren-Quoten
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13. Okt. Equal Pay Day 2017

12.10.2017
Susanne Schwanzer

Er findet jedes Jahr statt – und wird wohl noch viele Jahre stattfinden: der Tag, an dem Männer bereits das Einkommen verdient haben, für das Frauen noch bis zum Ende des Jahres weiterarbeiten müssen – oder: der Stichtag, ab dem Frauen noch 2 1/2 Monate für umsonst arbeiten.

Öffentlichkeitswirksame Aktionen, wie vor einigen Jahren in Estland, fruchten kurz, schaffen vielleicht sogar ein Bewusstsein – doch die Hebel müssten komplexer und an vielen Stellen angesetzt werden. In Estland hatte eine Aktionsgruppe am Equal Pay Day die %-Differenz zwischen Frauen- und Männergehältern in Speise- und Getränkepreise umgelegt: Essen und Getränke waren für Männer am Equal Pay Day um die Differenz, die der Gender Pay Gap beträgt, teurer.

Zumindest an diesen 4 Stellschrauben müsste entscheidend gedreht werden, damit die Einkommensschere geschlossen werden kann:

  1. Gehaltstransparenz, so dass Frauen wissen, was sie mindestens fordern können bzw. was Kollegen oder forderndere Kolleginnen in derselben Position und mit denselben Verantwortungen wie sie selbst verdienen
  2. Qualifizierte Positionen müssten für vorübergehende Teilzeit und Job Sharing geöffnet werden – hier sind Arbeitsgeber gefordert, aber auch Führungskräfte, die als mutige VorreiterInnen das Thema einfordern.
  3. Ausbau und zeitliche Ausdehnung der ganztägigen Kinderbetreuung, um Frauen leichtere Teilhabe am Vollzeit-Arbeitsmarkt zu ermöglichen
  4. Veränderung der Rollenbilder, wonach Haus- und Betreuungsaufgaben primär einem Geschlecht zugeordnet werden – hier braucht es emanzipierte und fair agierende Männer, aber auch Frauen, die partnerschaftliche Arbeitsteilung von ihrem Partner einfordern und es dann akzeptieren bzw. aushalten, wenn dieser Aufgaben erledigt, so gut er es kann – und vielleicht nicht ganz perfekt.

Dennoch gibt es auch eine gute Nachricht: Im öffentlichen Dienst in Österreich wurde die Einkommensschere kleiner,
u.A. weil hier die beiden erstgenannten Maßnahmen bereits flächendeckend umgesetzt werden.

http://derstandard.at/2000065223385/Einkommensschere-im-Oeffentlichen-Dienst-wird-kleiner