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20. Feb 2017: OECD: Vorletzer Platz für AUT in Europa bei Beitrag von Frauen zum Familieneinkommen

24.02.2017
Susanne Schwanzer

In  Österreich und die Schweiz tragen erwerbstätige Mütter 24,8 Prozent zum Gesamteinkommen des Paars bei – nur wenig mehr als beim Schlusslicht Deutschland, wo der durchschnittliche Beitrag des Fraueneinkommens zum Gesamteinkommen eines Paares mit mindestens einem Kind 22,4 Prozent betrug. Deutschland lag damit in 15 ausgewählten Ländern auf dem letzten Platz. In Dänemark dagegen (Platz eins) lag dieser Anteil bei 42,1 Prozent, in Portugal bei 39,1 Prozent. Untersucht wurden Elternpaare, wo die Frau zwischen 25 und 45 Jahren alt ist. Der Hauptgrund für dieses Gefälle ist die extrem ungleiche, nicht partnerschaftliche Aufteilung der Erwerbs- und Familienarbeit in diesen Ländern.


Frauen arbeiten vor allem dann, wenn sie Kinder haben, in Deutschland, Österreich und der Schweiz oft max. 20 Wochenstunden oder weniger. Und sie übernehmen in den deutschsprachigen Ländern immer noch bis zu 2/3 der unbezahlten Haushalts- und Betreuungsarbeit – oftmals in Folge bzw. als Reaktion auf das unzureichend ausgebaute oder wenig flexible Betreuungssystem. Dieses lässt, außer für gutverdienende Haushalte, häufig keine höhere Wochenarbeitszeit zu – ein Teufelskreis, der sich hier schließt. Dass Tätigkeiten in Branchen, in welchen Frauen in viel höherer Zahl arbeiten (exemplarisch: Handel/Verkauf, Erziehung und Pflege) generell schlechter entlohnt sind als stark männlich dominierte Sektoren, wirkt sich, wenn Frauen Teilzeit arbeiten, besonders nachteilig aus. Sie bekommen dann weniger von weniger. Weil sie in Teilzeit kaum Aufstiegschancen haben, bleibt dies auch viele Jahre so. (In den Niederlanden beispielsweise, wo die Teilzeitquote bei Frauen genauso hoch oder gar höher liegt als in Deutschland und Österreich, tragen Frauen dennoch prozentuell mehr zum Familieneinkomen bei, weil der Arbeitsmarkt nicht im selben Maße in Frauen-/Männerbranchen selektiert ist, und sich auch graduell mehr Frauen in höheren Positionen finden.) Insgesamt sind 35 Länder im OECD-Panel erfasst.

Einen Standard-Artikel mit Zusammenfassung der Ergebnisse und abgeleiteter Empfehlungen finden Sie hier.

Die gesamte OECD-Studie „Dare to Share“ ist kostenpflichtig erhältlich, Reader mit Abstracts der Kapitel finden Sie hier.