Neue Studie von gdi-consulting: Frauen-Karrieren-Quoten
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Case study: (Nicht nur weiblichen) Drop out in der Informatik bekämpfen, 2008-2011

21.02.2013
Susanne Schwanzer

Details und Hintergründe zum Informatik-Drop out finden Sie hier  in einem Artikel von Susanne Schwanzer für die Zeitschrift Soziale Technik, 4/2010.
Ein praktischer Outcome des Projekts war das Gender Toolkit für Informatik-Lehrveranstaltungen.

Ziel: Drop out senken – Zahl weiblicher Studierender erhöhen

Aufklären der Ursachen und Entwickeln von Maßnahmen, um Drop out von weiblichen Studierenden in den Informatikstudiengängen der FH Technikum Wien zu senken und mittelfristig mehr weibliche Studierende anzusprechen. In den 4 Informatikstudiengängen beträgt der Anteil weiblicher Studierender ca. 7-23%. Der Drop out zu Beginn des Studiums hat einen signifikanten Zusammenhang mit der Geschlechtszugehörigkeit. Welche Faktoren diesen bias beitragen, soll untersucht werden, Maßnahmen dagegen entwickelt werden.
Die Präsentation der Gesamtergebnisse des Projektes GEMIS – Gender Mainstreaming in die Informatik – wurden bei der EdiNEB-Conference in London 2011 mit dem best paper award ausgezeichnet.

Forschungs- & Beratungsansatz

Projektteam aus StudiengangsleiterInnen, LektorInnen und AssistentInnen der Studiengänge Informatik (Bac.), Wirtschaftsinformatik (Bac.&MSc), Software Engineering (MSc), Informationssicherheit (MSc

Phase 1:

  • Sensibilisierungs-Workshops für StudiengangsleiterInnen, LektorInnen & administratives Personal
  • Leitfadeninterviews mit allen weiblichen Studierenden, die seit Schaffung der Bachelorstudiengänge 2005   ein Studium begonnen & wieder abgebrochen haben
  • Befragung männlicher Bachelor-Studierender, die ein Studium begonnen und wieder abgebrochen haben
  • Befragung weiblicher Studierender, die – womöglich trotz anfänglicher Probleme – ein Masterstudium in (Wirtschafts-)Informatik, Software Engineering u.Ä. an der FH Technikum abgeschlossen haben: Wie ist es ihnen gelungen, Misserfolge zu bewältigen & ggf. Krisen zu überwinden – und nicht abzubrechen? Was waren Erfolgsstrategien und kritische Faktoren?

Phase 2:

  • Recherche von Good Practice-Beispielen national & international

Phase 3:

  • Entwickeln – gemeinsam mit Studiengangsleitern – von Maßnahmen für die Umgestaltung von Curricula, Lehrplänen & einzelnen  Lehrveranstaltungen
  • Entwickeln – gemeinsam mit LektorInnen – von alternativen didaktischen Konzepten & konkreten Vorlesungseinheiten
  • Erarbeiten eines Gender Toolkits im GEMIS-Projektteam
  • Umsetzung, begleitet durch moderierte Workshops & Trainings

Phase 4:

  • Evaluation

 Ergebnisse

  • Lernpartnerschaften & Mentorings für StudienanfängerInnen
  • Veränderte Tutorien
  • Road Map für eine vorgezogene Studieneingangsphase für Studierende ohne Programmierkenntnisse
  • Hausinterne Publikation des Gender Toolkits mit praktischem Unterrichtsmaterial zur Ansprache unterschiedlicher Lerntypen insbesondere beim Programmieren, die an der FH-Lehrenden im Intranet zur Verfügung steht. Näheres dazu ist auf der Homepage der FH Technikum abrufbar

Lessons learnt

Gendersensible, gendergerechte Didaktik und ein breiterer methodischer Zugang der Lehrenden in der Stoffvermittlung kommt all Jenen zugute, die nicht schon als „Nerds“ zum Studium kommen – also nicht nur Frauen.

Stellt somit auch einen strategischen Ansatz dar, um neue InteressentInnen für ein stark benötigtes Segment an Fachkräften zu erschließen, die ansonsten fernbleiben würden, weil sie Vorurteile gegen technische Berufe haben oder einseitige Vorstellungen davon, welches Tätigkeitsspektrum sich mit diesen Ausbildungen verbindet.

gdi-Expertin / Ansprechpartnerin:

Maga Susanne Schwanzer, MSc, die das Projekt konzipierte, die Befragungen durchführte und auswertete, als inhaltliche Expertin beriet und in der Umsetzung begleitete.
Susanne Schwanzer ist seit vielen Jahren auch als Trainerin in verschiedenen Projekten zur Sensibilisierung von Mädchen für IT, Elektronik, Informatik tätig u.A. in den Projekten Robina und Roberta des zimd – Zentrum  für soziale Interaktion und Diversität.
Außerdem berät sie Unternehmen darin, wie Sie neue Zielgruppen für technische Industriebetriebe, technischen Salesbereich o.Ä. gewinnen – und halten – können. Sie konzipiert für technische Industrie- und IT-Unternehmen in Kooperation mit FHs und Unis z.B. public-private summer schools, Betriebspraktika. Sie berät Betriebe darin, wie sie mit gezieltem Marketing und Employer Branding künftige – auch weibliche – Fach- und Führungskräfte ansprechen können.
Wenn Sie Näheres dazu oder über das obige Projekt wissen wollen oder selbst gezielt Frauen für die Technik gewinnen wollen, dann kontaktieren Sie die Autorin unter +43 699 195 85 944 oder schwanzer@gdi-consulting.at.