Neue Studie von gdi-consulting: Frauen-Karrieren-Quoten
Mehr erfahren

23. 0kt. 2017 hbr-Studie: Gleiches Verhalten – ungleiche Behandlung

06.11.2017
Susanne Schwanzer

Zur Erklärung der unausgewogenen Zahlen von Frauen und Männern in höheren Positionen und der oft noch viel unausgewogeneren Einkommensverhältnisse von Frauen und Männern ist ein Argument besonders häufig herangezogen: ihr angeblich stark unterschiedliches Verhalten. Weniger selbstbewusstes Auftreten, weniger Mut und Ambition sowie geringere Durchsetzungsfähigkeit werden Frauen attestiert oder unterstellt. Etikettiert werden Frauen – im Vergleich zur herangezogenen männlichen Norm mit Adjektiven wie „zurückhaltender“, „weniger offensiv in der Selbstvermarktung“, „weniger Macht-affin“ u.Ä.m.

Die Harvard Business Review hat nun dieses Verhalten im „Businessalltag“ in einer mehrmonatigen Studie untersucht und gemessen, in einem multinationalen Unternehmen, das zu Unternehmensstrategien berät. In der Firma arbeiten circa 35 bis 40 Prozent Frauen, in den einzelnen Etagen sind jedoch sukzessive weniger Frauen vertreten, je höher die Verantwortungsebene ist. In der zweithöchsten Ebene sind gerade mal 20 Prozent Frauen tätig.

 

Quelle: Marion Barraud/hbr
Kommunikation und Verhalten ausgewertet

Daten aus der Email-Korrespondenz wurden ebenso in die Analyse einbezogen wie Terminpläne von 500 Beschäftigten auf allen Ebenen. Damit wurden Kontakthäufigkeit, Meetings – also die gesamte soziale Interaktion im Job-Zusammenhang ausgewertet. Danach bekamen 100 Personen sog. Armbänder, die ihre sozialen Interaktionen maßen und aufzeichneten – etwa die Zahl an Face-to-Face-Interaktionen, Dauer, Betonung, Lautstärke sowie Geschwindigkeit von Gesprächen und die physische Nähe zu Personen. Die so gemessenen Daten wurden anonym geclustert und analysiert. Ziel war, in den sozialen Interaktionen und deren Verlauf womöglich signifikante Unterschiede zu entdecken, die erklären hätten können, dass geschlechtsspezifisch unterschiedliches Verhalten systematisch vorkommt. Fazit: Tut es nicht! Die Studie zeigt: Frauen und Männer handeln gleich bzw. vergleichbar. Sie weisen keine systematischen Unterschiede auf. Ob Häufigkeit oder Länge von Blickkontakten, Häufigkeit oder Länge von Interaktionen mit dem je nächsthöheren Führungslevel, Häufigkeit und Umfang sowie Ergebnisse von Leistungsbeurteilungen, Arbeitsmuster – nirgends lieferten die Daten Unterschiede nach Geschlecht.

Dann bleibt nur eine andere Erklärung über: Sie werden unterschiedlich be-handelt.

Was können Unternehmen dagegen tun?

U.A. können Sie sich von gdi-consulting analysieren und beraten lassen – um blinde Flecken in Ihren Auswahlverfahren, bei der Karriereförderung, Bezahlung, Vereinbarkeit und in Ihrer Unternehmenskultur zu finden. Vereinbaren Sie einen Termin!