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01. Dez. 2016: Wollen Frauen führen? In AUT nicht mehr als vor 10 Jahren…

01.12.2016
Susanne Schwanzer

Monika Lindlbauer, Inhaberin von Lindlpower Personalberatung, wollte wissen, ob Frauen inzwischen zu der Frage, ob sie eine Führungsposition anstreben und welche Faktoren dafür notwendig sind, eine andere Haltung einnehmen als bei ihrer ersten Befragung, die sie 2006 dazu durchführte. Zeigen Frauen womöglich inzwischen eine Haltung, die sie besser und schneller in Führungspositionen bringt? Gemeinsam mit Karmasin-Motivforschung ging sie dieser Frage nach und kam zu diesem zentralen Befund: „Im Grunde hat sich an dem Mindset von Frauen, aber auch an der Situation, in der sie sich befinden, wenig geändert. Frauen definieren sich weiterhin über Soft Skills, Männer über Hard Skills.“ Frauen, die bereits im Top-Management sind, stellen eine Sondergruppe dar. Sie streben deutlich bewusster nach Führungspositionen und ordnen sich selbst auch stärker Eigenschaften zu, die als typisch männliche gelten. Die Frage, ob veränderte Führungsleitbilder Frauen dazu brächten, sich stärker für Top-Positionen zu begeistern und sie für sich einzufordern, kann die Studie nicht beantworten.

Lindlpower, Karmasin 2016: Wollen Frauen führen

Quelle: Lindlpower, Karmasin 2016

  • Frauen definieren das Profil, das sie für Top-Positionen qualifiziert, in einer Kombination von Eigenschaften, die einerseits als typisch weiblich und andererseits als typisch männlich geltend. Das heißt, ihre Definition – oder ihre Wunschvorstellung – von Management Leadership ist differenzierter. Wenn sich dies jedoch nicht mit dem Anforderungsprofil deckt, welches in Unternehmen weitestgehend noch vorherrscht, dann tritt der alte Fluch in Kraft: Die Soft Skills, die Frauen bis ins Mittelmanagement gebracht haben (z.B. Teamorientierung, Kompromiss- und Zuhör-/ Dialogfähigkeit, Diplomatie…) hindern sie am weiteren Aufstieg.
  • Wie schon 2006 zeigt sich, dass Frauen weniger Selbstbewusstsein haben als Männer und dass sie Führungspositionen weniger bewusst anstreben. Deutlich wird das auch, wenn man danach fragt, worauf die Führungsposition, die sie aktuell innehaben, zurückzuführen ist: Männer nennen viel häufiger ihren persönlichen Ehrgeiz als Frauen, die ihre Position unter anderem auch auf äußere Umstände zurückführen.
  • Für Frauen bedeutet eine erfolgreiche Karriere und die Erlangung einer Top-Position Selbstverwirklichung, für Männer vor allem Spaß.
  • Was für alle Frauen gilt, ist die steigende Anforderung an zeitliche Flexibilität. Dieser können Frauen – egal, ob Top-Management, mittleres Management oder BerufseinsteigerInnen – nur schwer gerecht werden, sobald sie sich dafür entscheiden, eine Familie zu gründen. Das führt auch dazu, dass der Wunsch danach abnimmt.

Ein pdf  mit Ergebniszusammenfassung & Grafiken finden Sie hier .